Endlich Frei. Von Jürgen

Endlich Frei Von Jürgen

Ein Traum wurde wahr! Endlich Frei.

30 Monate stand mein Bauwagen jetzt auf fremden Grund und Boden. Es waren schöne Monate mit Party aber auch mit Ruhe und Besinnlichkeit.

Aber, es war halt nicht auf meinem Land !

Nach langer Suche habe ich nun endlich ein Stück Land erworben, das meinen Vorstellungen total entspricht. Nur etwas über einen Kilometer Außerhalb, 2700 qm Grundfläche , einen kleinen Bach, einen riesigen Baum für den Schatten und niemand der mir rein redet ! Doch vor den Bezug musste hier erst mal kräftig gemulcht werden.

Die Wiese war schon mindestens 10 Jahre nicht gemäht worden. Die Ameisenhügel hatten zum Teil einen Höhe von 30 cm. Der Traktor, der das Mulchen übernommen hatte war zwar mit satten 80 PS gesegnet, aber auch diese gingen angesichts dieser Herausforderung mehrmals Motor-technisch in die Knie. Aber letztendlich musste diese Arbeit einmal sein.

Am nächsten Tag ging es an die Überführung des Bauwagens. Hierzu mussten wir ihn erst mal rückwärts aus der Hecke ziehen
.

Gute Dienste tat uns dabei unser 15 PS starker Deutz, Baujahr 1950. Da wir die Auflaufbremse sehr scharf eingestellt hatten und der Wagen wie gesagt 30 Monate an ein und dem selben Platz gestanden hatte und die Bremstrommeln folglich genug Rost angesetzt hatten haute die Bremse bei der Bergabfahrt alle halbe Meter auf`s brutalste zu. So sahen wir uns gezwungen den Berg in Serpentinen abwärts zu fahren ( von weitem sah unsere Spur in der Wiese nach der Abfahrt aus wie das Ergebnis einer durchzechten Nacht und endlosen Schlangenlinien ).




Aber auch das haben wir sicher hinter uns gebracht. Bereits am ersten Abend auf eigenen Grund und Boden gab es Feuer und Bier.
 

So richtig gemütlich wird`s aber erst werden. Habe mittlerweile die ganzen 2700qm schon 2 mal mit einem kleinen Handmäher gemäht. Jetzt konnten wir gebraucht 3 Spindelmäher zum Anhängen an den Traktor kaufen. Jedes Teil hat 80cm Schnittbreite, das gibt Respekt. Einen Zaun hab ich auch schon gezogen. Schreckt Vandalen zwar nicht wirklich ab, hält aber den einen oder anderen Neugierigen doch auf Distanz. Außerdem pflanze ich an der linken und rechten Grundstücksgrenze noch eine komplette Hainbuchenhecke und hoffe, dass die Wühlmäuse den Wurzeln die Chance geben heimisch zu werden.

Dem Dach vom Bauwagen habe ich zwischendurch ein wenig Dach lack spendiert, Brennholz in rauen Mengen für den Winter gebunkert ( hat mir mein Nachbar besorgt, ist Zimmermann und hat ne alte Kirche restauriert. Die erneuerten Sparren und Konstruktionshölzer samt Holzwurm brennen wie Zunder und stinken so wahr ich hier schreibe beim Verbrennen nach Weihrauch ). Jetzt wird noch ne große Edelstahlwanne ( 2,85m lang, 0,8m breit und 0,6m tief ) auf ein Eisengestell installiert und ne zusätzliche Feuerstelle drunter und dem Bad im Winter unterm Sternenhimmel steht nichts im Wege. Werde bei Gelegenheit noch mal Bilder davon einstellen.

Nach einem verregneten Sommer kam dann doch der erste Winter auf dem neuen Platz. Schnee gab`s fast keinen, dafür Raureif vom Feinsten.

Ok, jetzt muß gemäht werden. Dazu haben wir eins der drei Mähwerke auf Schubbetrieb umgebaut, das macht das Mähen um Bäume ungleich leichter.
 

Und es geht weiter ! Immer wieder schön ist das Zusammentreffen von Vollmond, schönem Wetter und einem super Feuer. Natürlich ist auf folgenden Bildern ein wenig mit der Belichtungszeit nachgeholfen worden (war schließlich ende August und da ist es um 21:30 in der Regel schon dunkel)aber nah dran am Vulkanausbruch waren wir allemal !

So, jetzt sind wieder 5 Jahre vergangen. Fast wäre mein Traum nicht mehr da. Ein spielendes Kind hatte ein Feuerzeug endeckt und mal eben die Gardine in Brand gesetzt. Und da im Sommer alles trocken ist war die Holzverkleidung innerhalb von Sekunden auch am brennen. Gott sei dank war meine Frau so geistessgegenwärtig, das Feuer sofort nach Wiederbetreten des Bauwagens mit einer Mineralwasserflasche zu löschen.

Im Winter wäre das echt bescheiden gewesen, da sind alle Flüssigkeiten im Bauwagen regelmäßig gefroren.
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So haben wir eine neue Holzdecke drunter gezogen, das Fenster getauscht und gut iss. Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen !

Holz für sinnvolles Feuer, nämlich zum Grillen und Heizen hab ich mittlerweile auch ein wenig gesammelt. Ich ziehe einfach die Stämme aus dem Wald auf mein Grundstück ( 300m)und schneide sie da auf 33 cm und hacke sie sofort. Klappt prima. Mittlerweile hab ich auch schon 40 Ahorn und 40 schnellwachsende amerikanische Roteichen gepflanzt, das sollte uns in 25 Jahren eine eiserne Reserve bilden:-)

Bei der Gelegenheit muß ich allerdings berichten, das ich mittlerweile schon 2 mal von Holzdieben heimgesucht wurde. Insgesamt hat der Drecksack ca. 2 m³ gehacktes Holz geklaut. Ist beim Nachbarn aufs Grundstück gefahren, hat meinen Zaun platt gewalzt und in aller Seelenruhe das Holz geklaut. Beim Nachbarn hätte er nur aufladen müssen, da lagen 5m³ Holz,allerdings nicht geschnitten und gehackt……

Na ja, die Kultivierung des Landstückes geht auch voran, die Hecken wachsen und bieten schon einen gewissen Windschutz ( zumindest da, wo der Hase sich nicht an den Trieben hat gütlich getan). Die Wiese lässt sich mittlerweile auch mit Fahrzeugen ohne Allrad befahren auch wenn mein „Freund“ der Maulwurf immer wieder im Herbst und Frühjahr 30 cm hohe Haufen aufwirft.

Endlich FreiBauwagen

Was die Bauwagenszene angeht war ich wohl Trendsetter. Mittlerweile sind wir schon zu dritt auf „engem“ Raum.

Sommer

Aber mittlerweile sieht es schon wieder so aus !

Schnee




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